Straßenverkehr löst Industrie als größten Emittent von Schwermetall ab
vom 19.02.07
Wie gelangen Schwermetalle wie Kupfer, Zink und Blei in die Umwelt? Dieser Frage ging das Fraunhofer Institut für System- und Innovationsforschung ISI in einer vom Umweltbundesamt in Auftrag gegebenen Studie nach. Das Ergebnis: Der Straßenverkehr hat die Industrie als größte Schmutzverursacher abgelöst.
Über den Abrieb von Bremsbelägen und Autoreifen gelangen jedes Jahr 932 Tonnen Kupfer, 2.078 Tonnen Zink und 80 Tonne Blei in die Umwelt, stellte das Fraunhofer ISI bei ihrer Untersuchung fest. Darüber hinaus würden die Ausrüstung der Straßen und Autobahnen mit verzinkten Leitplanken oder Schilderbrücken sowie der Fahrbahnabrieb zu den Belastungen beitragen. Damit sei der Straßenverkehr der größte Verschmutzer und habe die Industrie abgelöst, die in den vergangen 15 Jahren ihre Emissionen von Schwermetallen erheblich gesenkt hat.
Der Straßenverkehr trage allerdings nicht die Alleinschuld. Wie es hieß, werden Schwermetalle wie Kupfer, Zink und Blei aufgrund ihrer längeren Haltbarkeit und leichteren Verarbeitung zunehmend auch an Dächern und Fassaden von Gebäuden verwendet. Jedes Jahr sollen auf diese Weise 85 Tonnen Kupfer, 682 Tonnen Zink und 25 Tonnen Blei von Gebäuden in die Umwelt gelangen.
Das Fraunhofer ISI sehe an dieser Stelle dringenden Handlungsbedarf, da an mehr als der Hälfte der Messstellen in Gewässern die empfohlene maximale Konzentration von Schwermetall deutlich überschritten ist. So sollte auf große Metallflächen an Gebäuden verzichtet und metallische Produkte wie beschichtetes Zinkblech oder Aluminium- und Edelstahlblech verwendet werden. Außerdem müsse bei Bremsbelägen etwas unternommen werden. Obwohl seit 2004 keine bleihaltigen Bremsbeläge mehr hergestellt werden, sei Kupfer nach wie vor enthalten. Laut dem Institut gibt es im Einzelteilhandel bereits kupferfreie Beläge, die sich jedoch in der Erstausstattung bei den Automobilherstellern noch nicht durchgesetzt haben.
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